Es geht um das Leben

Ich schreibe immer, das Leben ist schön, wunderschön, und genau das meine ich auch. Es ist aber nur die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit ist, Leben ist das, was Du daraus machst.

Wir alle wollen lange leben, aber nicht alt werden. Wir alle wollen ein glückliches und erfülltes Leben, wissen aber nicht, was unser Leben glücklich machen würde.

Vor einigen Jahren waren Rio und ich in der Innenstadt, um Werbung für unser damaliges Webradio zu machen. Dabei waren wir auch auf dem Neusser Markt und stolperten zufällig in die große Bücherei, die es dort gibt. Wir wurden direkt am Eingang von einer Frau nach unseren Wünschen gefragt und merkten dabei, dass wir eigentlich störten. Eine Gruppe von Senioren saß in der Mitte der Bücherei im Kreis und sang gerade das Eselchen-Lied.

Dabei kamen mir Bilder in den Kopf. Auch Bilder von Keith Richards und Mick Jagger, die in den 60er Jahren, wahrscheinlich auch von genau diesen Menschen, für ihren ausschweifenden Lebenswandel bewundert oder kritisiert wurden. Drogen, Sex, Parties, Nikotin, Rock & Roll, das alles war unvostellbar weit weg und gleichzeitig für viele ein Bild von Menschen, die nicht lange zu leben hatten. Jagger und Richards stehen heute noch auf der Bühne und wollen “Satisfaction”, die Kritiker sitzen in der Bücherei und singen vom Eselchen. “I-Ah, I-Ah, I-Ah”

Ich weiß nicht, was das bessere oder glücklichere Leben für Dich ist, aber ich weiß, was es für mich sein könnte. Nein, es ist kein Leben voller Drogen und Parties, aber es ist ein Leben, in dem ich das tun werde, was ich möchte. Das hat nichts mit Selbstdarstellung zu tun, sondern damit, was mich persönlich glücklich macht. Wenn ich im REWE die Kassiererin freundlich grüße, wenn ich fremde Menschen anlächle, wenn ich auch mal lauter werde, wenn mir etwas nicht passt, wenn ich laut lache, wenn ich etwas lustig finde, dann mache ich das alles nicht, um aufzufallen. Das ist ein Nebeneffekt. Ich mache das, weil ich etwas in den letzten Jahren gelernt habe: Das Leben ist zu kurz, um nicht gelebt zu werden.

Unser Nachbar hat eine Hilfsaktion für Kinder in Kambodscha und in Afrika gegründet. Er war dort im Urlaub, hat sich mal aus seinem Hotel herausbewegt und gesehen, dass es dort Menschen gibt, die Hilfe brauchen, und hat etwas bewegt. Einfach so, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen, und er hat das nicht getan, um aufzufallen, sondern um glücklicher zu werden. Ja, helfen macht glücklich. Nicht jeden, aber bestimmte Menschen schon. Ich finde das klasse.

Schlimm finde ich, wenn er, wie auch ich, von Menschen angefeindet werden für das, was wir tun. Belächelt. Das sind die gleichen Menschen, die es normal finden, dass diejenigen, die einmal Firmen geleitet, Kinder großgezogen, Familien gegründet und Häuser gebaut haben, die Verantwortung in ihrem Leben hatten, heute im Stuhlkreis sitzen und Kinderlieder singen. Dass sie heute in den Altenheimen dahinvegitieren, teilweise stundenlang in ihren eigenen Ausscheidungen liegen, ist nicht normal, sorry. Ja, da müsste was getan werden. Ja, es gibt auch in Deutschland Kinder, die hungern, die vernachlässigt werden, die geschlagen werden oder schlimmeres. Und was tust Du? Schreist auch Du “Merkel muss weg” oder tust Du etwas? Du bist unglücklich? Dann mach Dich glücklicher, indem Du etwas tust.

Roland von gegenüber hat sich einen Teilbereich ausgesucht: Kinder in Ländern, in denen es nichts gibt. Nicht einmal Wasser. Wir drehen den Wasserhahn auf und es sprudelt. Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. Du findest, da sollte noch etwas verbessert werden? Dann maul nicht rum, sondern verbessere es. Such Dir nur einen kleinen Teilbereich raus und verbessere ihn. Es gibt viel zu tun. Zu viel, um sich maulend und schmollend in die Ecke zu setzen. Die Politik soll was tun? Was sollen die denn tun? Hilfsbereite Menschen zwangsrekrutieren? Wenn niemand im Pflegedienst arbeiten will, wo sollen diese Menschen denn dann herkommen? Das hat etwas mit der Bezahlung zu tun? Hilfsbereitschaft ist käuflich? Nein, es ist eine Lebenseinstellung. Und wer die hat, der wird bei uns gemobbt, und das nicht von der Politik, sondern von der Gesellschaft.

Meine Mutter hat ihr Leben lang gearbeitet. Gedankt hat ihr das niemand. Sie selbst auch nicht, weil sie sich nie zurückgelehnt und einfach einmal das Leben genossen hat. Dafür war zu viel zu tun. Heute liegen ihre Reste in einer Urne auf dem Neusser Hauptfriedhof und täglich fahren Tausende von Autos vorbei mit Menschen darin, die einmal das gleiche Schicksal haben werden, weil sie heute das gleiche Leben führen.

Wenn Du leben willst, dann lebe. Wenn Du lachen willst, dann lache. Wenn Du weinen willst, dann weine. Ist es nicht vollkommen egal, was der Nachbar dazu sagt? Wenn in meiner Einfahrt das Unkraut zwischen den Platten hochkommt, was solls? Unkraut ist Leben, die Platten sind tot. Wenn es jemandem nicht gefällt, dann soll er wegschauen. Wenn jemandem die Farbe meiner Wände nicht gefällt, dann soll er mich nicht besuchen.

Ich möchte nichts mehr tun, nur weil jemand mir sagt, es müsste getan werden. Ja, wenn ich einen Job habe, dann tue ich, was getan werden muss, aber das tue ich nur dann, wenn ich weiß, warum es getan werden muss. Dann bin ich Teil von etwas Großem. Das kann ich sogar bei REWE an der Kasse sein, weil niemand bei REWE auch nur einen einzigen Cent verdienen würde, würde sich nicht jemand an die Kasse setzen. Wenn bei der Lufthansa niemand die Toiletten reinigen würde, dann würde in spätestens drei Wochen niemand mehr fliegen. Und wenn sich niemand mehr um unsere Alten, Kranken und Schwachen kümmern würde, dann würde niemand mehr alt werden wollen. Aber das wollen wir ja sowieso nicht. Wir wollen nur lange leben. Und dann schauen wir weg, wenn, die, die das vor uns gemacht haben, im Stuhlkreis “I-Ah” blöken.

Ja, mein Kind ist gestorben. Ich trauere um ihn, weil er dieses Leben nicht mehr genießen kann. Dieses Leben, das wunderschön sein kann. Der Ruinengarten ist keine Seite für die Trauer und den Verlust. Es ist eine Seite für das Leben. Ein Leben, das morgen vorbei sein kann. Deshalb lasst es uns heute noch genießen. Es geht nicht um die eine Zigarette, die eine Party oder den einen One Night Stand, es geht darum, etwas zu tun, was Dich auch im Alter noch bei Laune hält. Etwas, was Dich nicht verdummen lässt. Etwas, worüber Du sagen kannst: Es war vielleicht bekloppt, aber es war tierisch spannend. Und Lächeln ist der erste Schritt.


Selbstbewusstsein

Eigentlich sollte diese Woche die Schuld das Thema der Woche werden. Nach mehreren Ansätzen und inzwischen Hunderten von Gesprächen gibt es aber ein Thema, das durchaus wichtiger ist als das, und auf dem viele andere Themen basieren: Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein wird oft mit Eigenliebe verwechselt, und dabei ist das eine das Ziel, das andere ist der Weg dorthin.

Nehmen wir zum Start einfach einmal das Wort: Selbstbewusstsein. Viele Menschen betrachten allein die als selbstbewusst, die es im Leben “zu etwas gebracht” haben, also die Reichen und Berühmten. Das ist falsch. Selbstbewusstsein bedeutet, sich selbst bewusst zu sein, also zu wissen, zu erkennen und zu erfahren, wer man ist und was man kann.

Es gibt in jeder Bücherei ganze Regalwände zum Thema Selbstbewusstsein, und fast alle haben die gleiche Moral: Ändere Dich. Wenn Männer gern wie George Clooney wären und Frauen gern wie Eva Longoria, dann hat das nichts mit dem Aufbau von Selbstbewusstsein zu tun, im Gegenteil. Es hat damit zu tun, sich selbst nicht zu mögen und sich in seinem eigenen Körper nicht wohl zu fühlen.

Der erste Schritt zu einem glücklichen Leben ist es nicht, andere Menschen in Aussehen oder Wesen zu kopieren. Das kann auch nicht funktionieren, weil wir alle einzigartig und individuell sind, und genau das ist fantastisch. Wo kämen wir hin, wenn jeder Mensch gut aussehen und fantastisch schauspielern könnte, aber niemand mehr in der Lage wäre, ein Auto zu reparieren oder ein Haus zu bauen?

Selbstbewusstsein heißt, sich selbst zu erkennen. Was kann ich, was kann ich nicht, und was möchte ich, vollkommen unabhängig von den Zielen anderer Menschen? Warum gibt es im Netz inzwischen ein Heer von selbsternannten “Influencern”, die nichts anderes tun als das, was vor den Zeiten des Internet schon Werbeblättchen und der Otto-Katalog taten? Warum schauen sich Tausende von Menschen freiwillig billige Kopien von HSE und QVC im Internet an von angeblich schönen Menschen, die nichts anderes tun als ihre Einkäufe oder Geschenke zu präsentieren?

Warum träumen viele Mädchen davon, selbst einen “erfolgreichen” Blog oder Vlog wie Bibi und Co im Internet aufzubauen und damit erfolgreich zu sein?

Es gibt dafür nur einen Grund: Sie kennen sich selbst nicht. Sie sind sich fremd, und was fremd ist, lehnen viele Menschen leider zuerst einmal ab. Selbstbewusstsein bedeutet nicht, sich selbst zu lieben, aber es bedeutet, sich selbst kennenzulernen. Und was auf diesem Weg passiert, das ist für viele Menschen erstaunlich. Ich möchte behaupten, dass jeder in der Lage ist, sich zu lieben, wenn er sich erst einmal kennt.

Was wolltest Du als Kind gern werden? Astronaut? Feuerwehrmann? Lehrer? Zugführer? Die Frage ist, warum wolltest Du genau das werden? Weil Du den Beruf damals noch nicht kanntest? Oder weil Du im Grunde Deines Herzens nach etwas in Deinem Leben gesucht hast, was bedeutender war als der Beruf selbst? Was war das? Abenteuer? Spannung? Die Herausforderung, etwas zu entwickeln und zu erschaffen? Oder hast Du da schon gewusst, wie viel Freude es machen kann, anderen Menschen zu helfen?

Warum bist Du das nicht geworden? Bei vielen kommt die Antwort, dass die Anforderungen zu hoch waren, aber seien wir ehrlich, es lag an etwas vollkommen anderem. Es lag daran, dass die Welt um uns herum uns ihren Stempel aufgedrückt hat. Da waren die Eltern, die wollten, dass wir es einmal “besser haben”, da waren die Lehrer, die es nicht schafften, spannende Themen auch spannend zu präsentieren, und da war der Freundeskreis, in den wir uns eingepasst haben, indem wir unsere Rolle suchten und spielten.

Ein 50-Jähriger, der sich unvermutet von seiner Frau trennt, der plötzlich anfängt, Playstation zu spielen und Lego-Modelle zu bauen, der sich eine Harley und eine Lederjacke kauft und seinen Beruf hinterfragt, dem wird von seiner Umwelt gern eine Midlife-Crisis unterstellt. Aber was ist das? Wer einfach vor sin hin lebt, sich ohne zu zögern einfach immer wieder beugt, sich ständig selbst zurücknimmt und sich immer um nur andere und nie um sich selbst bemüht, der sich von anderen sein Leben bestimmen lässt, der erkennt vielleicht irgendwann, dass genau dieses Leben ihn an Orte gespült hat, an denen er nie sein wollte.

Das Leben ist kurz, auch wenn man nicht mit 18 Jahren an einem Hirntumor stirbt. Die Routine sorgt dafür, dass die Tage, die Monate und die Jahre immer kürzer werden, dass die Zeit immer schneller dahinfliegt, und wir stehen da und glauben, genau das wäre normal. Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem man merkt, dass etwas vollkommen schief gelaufen ist. Wenn man dann etwas ändern möchte, dann hat man für seine Umwelt eine “Krise”. Auch das ist verständlich, weil niemand gerne hört, dass es auch anders ginge, wenn man es wollte.

Es gibt ein tolles Zitat von Kurt Marti: “Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.” Genau das ist der Ort, an dem viele Menschen heute, jeder für sich, in ihrem Leben sind. Und das ist traurig.

Eine so genannte Midlife-Crisis ist nichts anderes als der letzte Vorstoß eines Selbstbewusstseins und des inneren Kindes in jedem von uns, das von Beginn an von der Umwelt unterdrückt wurde und sich noch einmal aufbäumt, um sich dann in eine Ecke zu legen und zu weinen. Der Mensch lebt weiter, aber auf seinem Grab könnten später die Worte stehen: “Er lebte still und unscheinbar. Er starb, weil es so üblich war.”

Wer kennt nicht das Lied von Udo Jürgens “Ich war noch niemals in New York”? Es geht in diesem Lied um genau dieses Thema, die Krise in der Mitte des Lebens. Der Moment, in dem ein Mensch erkennt, dass sein Leben in falschen Bahnen gelaufen ist und ihn an einen schrecklichen, langweiligen, fremden und dunklen Ort verschlagen hat, zu Menschen, die ihm schrecklich vertraut und gleichzeitig schrecklich fremd sind. In ein Leben, das nicht seines ist, aber in dem er sich in einer Ecke mehr schlecht als recht ärmlich und erbärmlich eingerichtet hat. Man bleibt aus Bequemlichkeit, weil alles andere zu hektisch wäre, aber es gibt da noch das Kind in einem Menschen, das er zwar immer töten wollte, das aber nie ganz stirbt. Es sitzt in der Ecke und weint, aber man lernt, mit dem Schluchzen zu leben.

Ja, es gibt auch Verantwortung, Wir kesseln uns ein, wir lernen, nie wirklich aufzuwachen, um die Menschen um uns herum nicht zu enttäuschen. Aber genau das tun wir, wir enttäuschen sie, an jedem verdammten Tag, weil wir tief in unserem Inneren mit dem Gedanken fremdgehen, wie schön es wäre, wären sie nicht da. Wir spielen, so gut es eben geht, unsere Rolle, schauen neidisch auf andere, die im Grunde das Gleiche tun, und dann bringen wir unseren Kindern bei, dass genau dieser innere Tod vor dem wirklichen Ableben vollkommen normal und die höchste Glückseeligkeit wäre. Wir wissen, es stimmt nicht, aber so fallen wir nicht auf, auch nicht durch unseren neidvollen Blick auf die, die auffallen.

Genau das ist es, was uns, wenn wir noch klein sind, die vielen “Erwachsenen” mit ihrem “Ich will, dass Du es mal besser hast” sagen wollen. Sie verwechseln nur Glück mit Geld. Sie verwechseln Leben mit Haben. Sie wissen nicht, wie Leben geht, und dann machen sie den Fernseher oder den Computer an und sehen auf RTL oder auf YouTube Menschen, denen es angeblich besser geht, weil sie zwar ganz offensichtlich strunzdumm sind, aber Geld, Macht und Ansehen haben. Menschen mit künstlich gebasteltem Selbstvertrauen, die hohle Phrasen in eine Kamera blöken und sich nicht so dumm dabei vorkommen, wie sie es eigentlich sollten. Und das werden dann Vorbilder, Wünsche und Träume. Influencer.

Ja, es gibt Menschen, die haben einfach in ihrem Leben manchmal Glück. Die sind zum vermeintlich richtigen Zeitpunkt am scheinbar richtigen Ort. Bei knapp 8 Milliarden Menschen ist das auch vollkommen natürlich. Die bekommen dann die Rolle in der Fernsehserie, die ihnen zum “ersehnten” Durchbruch verhilft, die treffen Karl Lagerfeld in einem schwachen Moment oder die sagen rein zufällig in einem YouTube Video den einen Satz, der sich wie ein Virus verbreitet und sie bekannt macht. Genau wegen ihnen gibt es dann Menschen, die legen es darauf an, die einfach Bestehendes kopieren wollen. Das hat mit Selbstbewusstsein so viel zu tum wie ein Rabe mit einem Schreibtisch, aber das ist ihnen egal, weil das Gras jenseits des Zaunes ja angeblich viel grüner ist. Das Leben der Anderen ist schöner, besser, bunter.

Ich habe Respekt vor jedem Menschen, aber meine volle Anerkennung gilt nicht denen, die einfach mal Glück hatten. Sie gilt auch nicht denen, die aus der Berechnung heraus etwas getan haben, um bekannt und “geliebt” zu werden. Ich habe deshalb auch weder Anerkennung noch Bedauern oder Mitleid mit Menschen wie den Wollnys, den Geissens, den Ludolfs oder den Clooneys dieser Welt, weil ich einerseits deren Leben niemals führen möchte, andererseits aber auch weiß, dass sie im Grunde auch nur eine Rolle spielen. Egal, ob sie Geld haben, sie können ihr Leben nicht mehr leben. Sie wurden zum Abziehbild und zur Schablone, zum Wunschbild für die da draußen, bei denen der Zufall nicht nachhalf und die nie gelernt haben, ihren eigenen Schatten zu mögen.

Diese Menschen, die wir so beneiden, haben ein viel schlimmeres Leben als wir “Normalos”. Sie können kein eigenes Selbstbewusstsein entwickeln, weil sie, getrieben durch die Medien und ihre Bewunderer, sich selbst nicht auf die Probe stellen und erfahren können. Sie spielen eine Rolle, und sie müssen sie spielen, für uns und gegen uns. Was wäre, wenn Kinder bereits im Kindergarten beigebracht bekämen, ihre Rolle in der Welt zu finden, indem sie alles zunächst hinterfragen? Was wäre, wenn Kinder so erzogen würden, dass sie beim ersten “Ich will, dass Du es mal besser hast” mit ihren Eltern ausdiskutieren wollten, was in deren Leben denn nicht stimmt? Könnten wir dann allen Ernstes noch mit Werbung von Auxmoney oder Check24 im Fernsehen oder durch bewussten Betrug beim Autokauf so offen verarscht werden, ohne dass ein gewaltiger Aufschrei der Empörung durch unser Land ginge?

Wo blieben die Bibis, Bohlens und Geissens dieser Welt, wenn wir uns plötzlich über uns selbst bewusst würden? Selbstvertrauen und Selbstliebe ist ein Resultat aus dem Selbstbewusstsein. Es gibt Menschen, die Selbstvertrauen ohne ein Selbstbewusstsein entwickeln können, weil die Medien sich genau solche Menschen züchten, um die Masse bei Laune zu halten, aber der erste Schritt sollte doch eigentlich sein, den harten und steinigen Weg des Selbstbewusstseins zu gehen. Selbstbewusstsein bedeutet, sich einmal ohne Vorurteile, ohne Schablonen und ohne Skrupel mit sich selbst zu beschäftigen. Herauszufinden, wie man selbst wirklich ist, das ist der spannendste Weg, den ein Mensch gehen kann. Sich selbst auszutesten, seine eigenen Grenzen zu hinterfragen und sie vielleicht sogar durchbrechen, genau das sind Schritte in Richtung Selbstbewusstsein.

Was wollte ich als Kind werden? Für mich persönlich ist es so, dass ich gern Schriftsteller geworden wäre. Dann kam die Gesellschaft, meine Eltern, die Lehrer, und alle sagten, es wäre besser, etwas “Vernünftiges” zu tun. Als Schriftsteller wirst Du nichts in Deutschland. Das schaffen nur ganz wenige. Da ist es dann viel sinnvoller, Junge, wenn Du Dein Abitur machst, wenn Du studierst, und dann suchst Du Dir ein “sicheres Pöstchen” in einer Bank, bei der Bahn oder bei der Post. Schade, genau diese sicheren Pöstchen gibt es heute nicht mehr, auch die Deutsche Bank, Siemens und die Telekom setzen heute auf Leiharbeiter und Computer und schmeißen Tausende von Mitarbeitern raus, aber unsere Schulen unterrichten heute immer noch genau so, als gäbe es sie weiterhin.

Individualismus, wie wir ihn teilweise mit Punks, Rockern und Poppern in den 80er Jahren noch kannten, gibt es heute in diesem Maße nicht mehr. Da laufen Herden von Teenagern mit dem gleichen Haarschnitt und dem starren Blick auf die Smartphones durch die Gegend und hören sich Parolen von Leuten an, die es selbst in ihrem Leben zu nichts gebracht haben, weil sie selbst nur ein kleines Rädchen in dieser Konsum- und Verarschungs-Maschinerie sind. Können ein Bohlen, ein Gronkh, ein Lagerfeld, ein Geissen oder eine Wollny tun, was sie wollen? Nein, die können nicht einmal in Ruhe im nächsten Supermarkt einen Joghurt kaufen, ohne dumm von der Seite angequatscht und ständig beobachtet zu werden. Das ist das Leben, das wir uns wünschen? Wenn Geld glücklich macht, warum leben ein Robin Williams, ein Michael Jackson, ein Andreas Biermann oder ein Robert Enke dann heute nicht mehr?

Warum achten wir überhaupt auf Menschen, die ihre Visage in jede sich bietende Kamera halten und der Welt unbedingt mitteilen möchten: “Schau mal, so lebe ich.” Warum bewerben sich Zigtausende darum, von einem Bohlen niedergemacht und zerbrochen zu werden, um mit einer minimalen Wahrscheinlichkeit zum einem “Superstar” zu werden, an den sich nur drei Monate später niemand mehr erinnert? Was diesen Menschen fehlt, das ist die Begeisterung, die nötig ist, um an einem Ziel festzuhalten, und das ist das Selbstbewusstsein, das man braucht, um für sich selbst und seine Ziele genau diese Begeisterung aufzubringen.

Es nutzt nichts, sich Ziele zu setzen, wenn man sich selbst nicht kennt. Es nutzt auch nichts, Ziele zu verfolgen, wenn man sich selbst nicht mag. Vergiss einmal alles, was Dir Deine Eltern, Deine Lehrer, Deine Freunde, die Medien und Dein Umfeld über das bessere Leben erzählt haben, und dann setz Dich in Ruhe hin und finde heraus, wer Du bist und was Du willst. Dann finde heraus, was Du kannst. Versuche, jeden Tag etwas Neues zu tun, einfach um zu sehen, ob Du es kannst. Entmiste einmal alle Schubladen in Deinem Kopf, in denen Du die Dinge aufbewahrst, von denen Du immer glaubtest, sie wären richtig. Vergleiche Dich nicht, sei einzigartig, denn genau das bist Du. Versuche jeden Tag, so glücklich zu werden, wie Du es für Dich und mit Dir kannst.

Was mich selbst angeht, ich werde ein Buch schreiben. Nicht, um damit berühmt zu werden, und nicht, um damit Anerkennung zu bekommen, sondern einfach deshalb, weil ich daran Spaß habe. Einen besseren Grund gibt es nicht. Ich mache auch den Ruinengarten, die Blogs, den Podcast, die Lesezeit und bald auch ein Let’s Play nicht, um damit Aufmerksamkeit zu erregen. Dann würde ich genau das auch viel regelmäßiger tun. Ich mache es für mich, und ich mache es dann, wenn ich in mir die Freude und den Drang spüre, es zu machen. Dass ich damit Erfolg habe oder vielleicht mit dem einen oder anderen Teil davon vielleicht einmal Erfolg haben könnte, das freut mich, aber es ist keine Bedingung und kein Ansporn, es zu tun. Wenn ich ein Buch geschrieben habe, und niemand liest es, dann habe ich trotzdem ein Buch geschrieben, und ich weiß für mich selbst, dass ich es kann. Für mich. Das reicht. Wahrer Erfolg ist der, der aus der Freude heraus kommt, etwas zu tun, und das unterscheidet die, die lange Erfolg haben, von denen, die morgen niemand mehr kennt. Es geht darum, autentisch zu sein, und um wirklich autentisch zu sein, muss man sich selbst kennen.

Es ist nie zu spät, glücklich zu werden. Und wenn der erste Schritt dorthin von Deinem Umfeld als “Midlife-Crisis” belächelt wird, dann ist das okay. Die leben nicht Dein Leben, und Du lebst nicht ihres. Und wenn Du noch jung bist, dann hast Du die fantastische Möglichkeit, noch mehr Leben in Deinem Sinne zu leben. In DEINEM.


Den Verlust überwinden

Bei der Trauer geht es um den Tod. Beim Verlust kann es um den Tod eines geliebten Menschen gehen, aber auch um den Verlust seines Lebenspartners, zum Beispiel an einen anderen Menschen, um den Verlust der Arbeitsstelle oder auch um den Verlust eines Haustiers. Verlust hat etwas zu tun mit einer Änderung im eigenen Leben und mit dem Wegfall von etwas, was man liebgewonnen hatte.

Das Gefühl des Verlustes ist vollkommen gerechtfertigt, normal und nichts Schlechtes oder Verwerfliches. Verlust bedeutet, dass sich, zum Teil ohne eigenes Zutun, das eigene Leben zum scheinbar negativen wendet, dass ein gewohnter Mensch oder eine gewohnte Routine nicht mehr da ist. Verlustgefühle bringen Menschen dazu, mit dem Schicksal zu hadern, insbesondere mit dem eigenen.

Schlimm wird es dann, wenn sich Menschen im Verlust selbst verlieren. In den letzten Monaten haben wir einige Fälle von Selbstaufgabe erfahren, bei denen die Betroffenen sich von der Außenwelt abschotten, und genau dann muss etwas getan werden.

Einige typische Sätze, die nicht mit Trauer sondern mit Verlust zusammenhängen, sind zum Beispiel:

“Immer lasst Ihr mich allein.”
“Ich bin ja eh nichts mehr wert.”
“Wann warst Du denn zum letzten Mal am Grab?”
“Du kümmerst Dich ja nicht um mich.”
“Immer bin ich allein.”
“Das waren die Ärzte schuld, dass … jetzt tot ist.”
“Jetzt kann ich ja wohl verlangen, dass man sich um mich kümmert.”

Kommen Dir diese Sätze bekannt vor? Was ist der Sinn hinter solchen Aussagen, und was haben diese Sätze gemeinsam?

Sie drehen sich nicht um den, der gestorben oder gegangen ist, sondern allein um den, der diese Sätze äußert.

Als Lucas gestorben ist, habe ich selbst so gedacht. Der Schmerz, Lucas nicht mehr in meinem Leben zu haben, war ebenso groß wie der Schmerz, dass Lucas sterben musste. Die Trauer um Lucas ist etwas, das bleiben wird, immer, und das weiß ich. Wenn ich einen Film sehe, Musik höre oder Menschen begegne, die Lucas gemocht hätte, dann ist er da, der Schmerz, und was ich lernen muss, ist damit zu leben. Das ist die Trauer.

Der Verlust ist etwas, das ich überwinden muss. Es ist der Schmerz, Lucas nicht mehr an meiner Seite zu haben. Dieser Schmerz wäre, in leichterer Form, auch dann gekommen, wenn Lucas für ein Studium oder eine Arbeitsstelle in eine andere Stadt oder vielleicht sogar in ein anderes Land gezogen wäre. Sicher, wir hätten telefonieren und uns gegenseitig besuchen können, aber Lucas hatte sein Leben, und er hätte alles daran getan, es zu meistern. Was ich ihm hätte bieten können wäre hin und wieder ein Rat und ein Hafen gewesen, auf den er sich in stürmischen Zeiten hätte verlassen können.

Ich habe Lucas auf sein Leben vorbereitet, so gut ich es konnte, und zum Schluss habe ich versucht, ihn auf den Tod vorzubereiten, so gut ich es konnte. Beides konnte ich wahrscheinlich nicht besonders gut, aber ich habe mir so viel Mühe gegeben, wie ich es konnte. Verlust bedeutet immer, jemand oder etwas ist nicht mehr da. Und es ist immer schwer, damit zu leben, wenn man es geliebt hat.

Verlust kann unfair sein, oder besser gesagt, Menschen, die verloren haben, können unfair sein. Sprüche wie

“Wenn irgendwo eine Tür zugeht, geht irgendwo anders eine Tür auf.”

mögen richtig sein, aber im Moment des Verlustes versteht man sie nicht, und lange Zeit danach auch nicht. Verlust hat mit der Suche nach Schuld zu tun, aber auch mit der Suche nach Hilfe. Und diese Hilfe kann man nicht einfordern. Und wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, dann gibt es für den Verlust genauso wenig Hilfe wie für die Trauer. Menschen, die zuhören, dürfen nicht zum Zuhören gezwungen werden, sondern sie müssen zuhören wollen.

Diese Menschen gibt es. Vielleicht gibt es sie nicht unter Deinen Freunden, Nachbarn oder Verwandten, aber es gibt sie unter denen, die es durch den rauen Wind, durch den Du vielleicht gerade durch musst, geschafft haben. Wer kann sich denn hineinversetzen in jemanden, der gerade sein Kind verloren hat, wenn nicht jemand, der selbst ein Kind verloren hat? Wer kann sich denn hineinversetzen in jemanden, der gerade von seinem Partner verlassen wurde, wenn nicht jemand, der selbst bereits verlassen wurde? Wer findet Worte, wo Worte nicht ausreichen, wenn nicht jemand, der das Gefühl kennt?

Das Leben ist schön. Es ist sogar wunderschön. Wer es gerade als wunderschön empfindet, möchte vielleicht nicht daran erinnert werden, dass es auch an manchen Tagen grausam sein kann. Aber vielleicht ist gerade dieses Auf und Ab, dieser Wechsel, dieses Gewinnen und Verlieren, dieses Hinfallen und wieder Aufstehen genau das, was das Leben so wunderschön macht. Viel zu oft vergessen wir das. Und wenn wir dann etwas oder jemanden verlieren, dann zeigt und das Leben, dass es nur dann wunderschön sein kann, wenn es auch Schatten zeigt. Licht wäre normal und unbedeutend ohne Dunkelheit.

Trauer besteht ewig, aber man lernt, sie zu ertragen. Verlust ist normal, wenn er eine Zeitlang andauert, und wenn wir uns danach daran erinnert, dass da draußen ein Leben auf uns wartet. Ein Leben, das viele liebe und geliebte Menschen nicht mehr haben. Und genau deshalb trauern wir. Wenn sie uns aber von irgendwo her zuschauen sollten, dann sollten wir ihnen zeigen, dass wir nicht auf das spucken, was sie verloren haben.


Was ist Trauer?

Trauer ist grundsätzlich nicht das Gleiche wie Verlust. Das Gefühl der Trauer bezieht sich darauf, dass jemand, den man geliebt oder an den man sich zumindest gewöhnt hat, sein Leben verloren hat.

Trauer bezieht sich auf den, den man verloren hat.

Als 2017 mein Sohn starb, habe ich um ihn getrauert. Das mache ich auch noch heute, und das wird sich nie ändern. Ich kann nur lernen, mit der Trauer zu leben.

Ich trauere darum, dass er nicht das Leben leben konnte, das er sich erträumt hat. Vielleicht wäre er auch gern irgendwann Vater geworden, vielleicht hätte auch er geheiratet, und es gibt eine Menge Dinge, die er nicht tun konnte, weil er so früh sterben musste.

Bei meiner Mutter, meiner Großmutter und auch bei Adi, dem Freund meiner Mutter, war das etwas anderes, weil sie alle ein relativ hohes Alter erreicht hatten. Sie alle hatten es selbst in der Hand, etwas aus ihrem Leben zu machen und selbst die Regie in ihrem Leben zu übernehmen.

Dennoch trauere ich um sie. Meine Mutter hätte ihr Leben selbstbestimmter leben können. Bei meiner Mutter weiß ich, dass sie es sich anders ausgesucht hätte, aber sie war in gewisser Weise das Opfer ihrer Umstände, das Opfer ihrer Erziehung und das Opfer der Zeit, in der sie aufwuchs und lebte. Das gilt auch für Adi, ihren Freund und Lebensgefährten für die letzten zwanzig Jahre.

Adi hätte es sich gewünscht, einmal das Miniatur Wunderland in Hamburg zu sehen, weil er auch ein großer Fan von Modelleisenbahnen war. Er hatte eine große Modelleisenbahn auf dem Speicher, die er zwar einige Jahre vor seinem Tod abbaute, aber nie ganz zur Seite legen konnte. Noch immer kaufte er neues Material, stellte Züge von analog auf digital um und machte Pläne. Dass er nie in der Hamburger Anlage war, lag an seinem Pflichtgefühl gegenüber meiner Mutter, die er nicht lange allein lassen wollte. Sie hingegen interessierte sich nicht für sein Hobby.

Heute tröste ich mich damit, dass er eigentlich das machen konnte, was ihr wichtig war. Scheinbar war seine Liebe zu meiner Mutter wichtiger für ihn, und auch das ist ein schöner Gedanke. Bei meiner Mutter tröstet mich, dass sie zumindest in ihren letzten zwanzig Jahren mit Adi glücklich war.

Wir alle suchen uns aus, wie wir leben wollen. Zwar schauen wir immer wieder über den Zaun zum Nachbarn, dem es scheinbar besser geht als uns, aber im Grunde wissen wir, dass wir es selbst in der Hand haben. Erfolg ist meist nicht eine Sache des Glücks sondern eine Sache der Arbeit, des Enthusiasmus und der Hartnäckigkeit. Viele von denen, die kurzfristig Glück haben, können es nicht lange halten, weil sie nicht begreifen, dass auch das Halten von Glück mit Standfestigkeit und Mühe verbunden ist.

Es geht hier um Trauer, das habe ich nicht vergessen. Aber Trauer, im Gegensatz zu Verlust, bezieht sich auf den, den man verloren hat. Trauer hat nichts mit dem Menschen zu tun, der jemanden verloren hat, denn Trauer ist in keiner Weise egoistisch. Trauer ist das Gefühl, dass ein anderer Mensch etwas verpasst hat und dies nun nicht mehr nachholen kann.

Wenn ich einen Film sehe, von dem ich ahne, dass er Lucas sehr gefallen hätte, dann trauere ich darum, dass er nicht lange genug lebte, um ihn zu sehen und zu genießen. Mir ist es auch in diesem Moment egal, ob er ihn gemeinsam mit mir oder mit seinen Freunden oder auch allein geschaut hätte, es tut mir nur einfach leid, dass er ihn nicht sehen wird.

Es sind diese Gefühle, das Lachen, das Weinen, die Angst, der Mut, das alles hätte ich ihm weiterhin gewünscht. Ich hätte ihm gewünscht, sein Leben weiter zu leben, mit allem, was dazu gehört. Auch das Fallen und Aufstehen gehört zum Leben, und auch das kann er heute nicht mehr. Das macht mich traurig.

Wenn ich heute an sein Leben denke, dann macht mich das wieder froh. Lucas hatte ein schönes Leben, zumindest für die kurze Zeit, die er auf der Erde war. Ich weiß nicht, was nach diesem Leben kommt, wenn danach etwas kommt, aber da das nicht in meiner Hand liegt, ist das auch nichts, mit dem ich mich bewusst beschäftige.

Viele Menschen finden Trost in ihrem Glauben, und das ist gut so. Der feste Glaube, dass Menschen, die man geliebt hat und die gestorben sind, jetzt in einer “besseren” Welt sind, kann Hoffnung geben, und dagegen ist nichts einzuwenden. Jeder Gläubige macht sich sein eigenes Bild von “seinem” Gott und “seinem” Himmel, und auch das ist gut so. Religionen können hier einen Rahmen geben, sollten aber ihre Anhänger in ihrem individuellen Glauben nicht so einschränken, dass sie keine Luft für eigene Inspirationen mehr bekommen. Ob Gott nun ein helles Licht oder ein alter Mann mit Bart ist, darüber sind sich weder die christlichen Kirchen noch der Islam einig. Wenn Du ein gläubiger Mensch bist, und wenn es tief in Dir ein Bild gibt, dass Dir Hoffnung und Zuversicht gibt, dann ist das fantastisch.

Es gibt keinen Weg aus der Trauer, und das ist es, was ich in den vergangenen Jahren gelernt habe. Es gibt allein Wege, mit der Trauer zu leben. Wenn ich etwas sehe, das Lucas, meiner Mutter, meiner Großmutter, Adi oder jemand anderem, den ich kannte, mochte und der gestorben ist gefallen hätte, dann genieße ich es für sie mit. Ich weiß, sie alle liebten das Leben, und der einzige Grund, um sie zu trauern, ist das Wissen, dass das Leben schön ist. Ja, es hat Ecken und Kanten, es ist manchmal traurig und gefährlich, aber gerade das macht es schön und aufregend.

Wir alle können morgen sterben, und jeder um uns herum kann das auch. Ich bedauere nichts von dem, was ich getan habe, aber ich bedauere vieles, was ich nicht getan habe. Und am meisten bedauere ich es, wenn ich anderen Menschen durch meine eigene Engstirnigkeit nicht die Chance gegeben habe, sie gut zu fühlen. Das mag ein Streit gewesen sein, ein böses Wort oder nur ein böser Blick. Heute weiß ich, dass es genau das ist, was die Trauer auslöst. Wenn wir alle dafür sorgen, dass jeder um uns herum ein schönes Leben hat, dann gibt es auch nicht viel berechtigten Grund zur Trauer. Egal, ob dieses Leben dann lang oder kurz ist.

Der Grund für Trauer ist niemals der Tod. Der Grund für Trauer ist immer das ungelebte Leben.


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