Der große kleine Unterschied

Wenn wir unterwegs sind, hören wir immer wieder eine Frage: Was kann eine einzelne Internetseite oder ein einzelnes Projekt ausrichten? Diese Frage ging uns nicht mehr aus dem Kopf.

Es gibt diese wunderschöne Geschichte:

Nach einem Sturm liegt ein Strand voll mit unzähligen angespülten Seesternen. Ein kleines Mädchen läuft über den Strand, nimmt einzelne Seesterne auf und wirft sie zurück ins Wasser. Da kommt ein älterer Mann daher, beobachtet das Mädchen und spricht es an.
“Was tust Du da?” fragt er. “Ich rette Seesterne.” antwortet das Mädchen.
Der Mann schaut den Strand entlang und wendet sich wieder an die Kleine. “Hier liegen Tausende von Seesternen. Was Du da tust, ist doch hoffnungslos. Es macht keinen Unterschied.”
Da hebt das Mädchen einen Seestern hoch und hält ihn dem Mann unter die Nase.
“Für den hier macht es einen Unterschied.” sagt es und wirft den Seestern ins Wasser.

Genau das unser Ansatz. Wir sehen immer das Große und trauen uns nicht, im Kleinen anzufangen, etwas zu ändern. Aber genau da könnten wir den Unterschied machen.

Unser Körper besteht aus Billionen von Zellen. Im Körper meines Sohnes hat eine einzige Zelle dazu geführt, dass er heute nicht mehr lebt. Der Tumor war am Anfang eine einzige Zelle, die vom Körper nicht als schädlich erkannt wurde, und die sich so lange teilte, bis er starb. Aber eine einzige Zelle, die die schlechte Zelle angegriffen hätte, hätte ihn retten können.

Der Einzelne macht einen Unterschied, und das jeden Tag. Aber auch die Dummheit ist in dieser Zeit nicht untätig. Einen Unterschied zu mache bedeutet aber nicht unbedingt, laut sein zu müssen.

Während ich das hier schreibe, herrscht gerade eine große Diskussion in den Medien über die Räumung des Hambacher Forst, weil er für den Kohleabbau abgeholzt werden soll. Was ist, wenn er tatsächlich abgeholzt wird? Haben dann der ganze Protest und die Bürgerinitiativen nichts genutzt? Doch, ich bin der festen Überzeugung, das haben sie trotzdem. Ohne die Proteste und den lauten Aufschrei einzelner Initiativen wäre diese sinnlose Abholzung gerade einmal in einem Seitenartikel einer Lokalzeitung erschienen. Und vielleicht gibt es in der Zukunft dann mehr Menschen, die einfach einmal darüber nachdenken, warum wir von Deutschland aus den Regenwald retten, aber eigene Wälder opfern sollen.

Die Lüge ist schon um die Welt, bevor sich die Wahrheit die Schuhe binden kann. Das gilt auch für die Dummheit, die Ignoranz, die Ausgrenzung, den Neid, den Egoismus und die Raffgier. Es ist leichter, über jemanden zu reden als mit ihm, und es ist leichter, sich ein Urteil zu bilden als zuerst Fakten zu sammeln und zu prüfen.

Wir möchten mit diesem Projekt eine Winzigkeit dazu beitragen, dass sich die Ignoranz und die Einsamkeit nicht noch tiefer in unser Leben brennen können. Reden statt texten, produzieren statt kopieren, informieren statt konsumieren und einfach mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen, dazu möchte der Ruinengarten auffordern. Ob es klappt? Wir werden sehen. Vielleicht nicht im Großen, aber im Kleinen bestimmt. Und das ist schon etwas.

Wenn wir alle uns etwas mehr interessieren, wenn wir alle etwas mehr lächeln, wenn wir alle nicht alles hinnehmen, dann bleibt bei vielen vielleicht doch der eine oder andere Stachel im Fleisch zurück, der dann anfängt zu jucken, wenn wieder etwas Sinnloses einfach dahergesagt wird, wie damals, als wir nach der Beerdigung von Lucas einfach ein paar Wochen Auszeit brauchten, weil uns die Wände zu erdrücken schienen. “Da ist der Junge noch nicht ganz kalt, da fahren die schon in Urlaub.”

Pfui Teufel!

Ja, es macht einen Unterschied. Vielleicht wird der nicht riesig, aber er hilft. Und wenn sich jeder von uns bemühen würde, jeden Tag einen kleinen Unterschied zu machen, dann wäre diese Welt ein besserer Ort. Trotzdem ist das Leben schön. Wäre es das nicht, würden wir jeden beneiden, der es verliert.

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