Was ist das, die Seele? Und was ist Leben? Manchmal mache ich mir philosophische Gedanken, besonders wenn das Wetter trüb und grau ist.

Ich möchte hier nicht wieder über Religion schreiben. Es geht einfach darum, was ich mir vorstellen kann. Ich weiß nicht, ob diejenigen, die an den einen oder anderen Gott glauben, nicht doch Recht haben, aber inzwischen ist die Zahl der Götter, an die Menschen glauben oder geglaubt haben, in die Tausende gestiegen.

Es ist die Angst, die jeder von uns hat. Es ist nicht die Angst vor dem Tod, auch weniger die Angst vor dem Sterben. Es ist die Angst, Abschied nehmen zu müssen. Abschied von allen und allem, was man geliebt hat, oder für die Hinterbliebenen die Angst, diesen Menschen zu verlieren. Und diese Angst ist berechtigt.

Ich glaube, dass es so etwas wie die Seele gibt. Die Wissenschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte gemacht, aber eines haben die Wissenschaftler bisher nicht geschafft, und sie werden es auch nie schaffen: Leben zu erschaffen. Das Leben steckt in lebenden Zellen, es ernährt sich von lebenden Zellen und kann nicht in tote Dinge gepflanzt werden.

Ja, man kann Tiere, Pflanzen und auch Menschen klonen, aber dazu braucht es immer mindestens eine lebende Zelle. Sei es eine Eizelle, eine Samenzelle oder einfach eine Körperzelle, aber immer wird Leben genommen und einfach vergrößert. Etwas, was sich nicht von sich aus teilt und vermehrt, wird auch niemals leben können.

Vielleicht ist dieses Leben genau das, was die Wissenschaft hartnäckig untersucht aber niemals begreifen wird. Das, was man als “Dunkle Energie” bezeichnet. Dunkel bedeutet hier nicht, dass diese Energie schlecht ist oder böse, es bedeutet einfach, dass niemand erklären kann, was diese Energie ist, obwohl die Wissenschaft genau weiß, dass es sie gibt. Ohne diese Energie würde das Universum nicht funktionieren, es würde in sich zusammenfallen oder einfach in alle Richtungen verstreut.

Ich glaube aber auch, dass unsere ganzen Erfahrungen, unser Wissen, unsere “Individualität”, an unseren Körper gebunden sind. Anders wären auch Krankheiten wie Alzheimer oder Demenz nicht erklärbar, bei denen Menschen all das vergessen, was ihnen passiert ist oder was sie (kennen-)gelernt haben. Vielleicht werden wir nach unserem Tod wieder ein Teil dieser Energie, bis wir einen neuen Körper erobern, in dem wir neue Erfahrungen machen. Vielleicht sind und bleiben wir aber auch immer ein Teil davon.

Das würde aber nicht bedeuten, dass wir uns in diesem Leben nicht mehr bemühen müssen, gut zu sein. Im Gegenteil, wir könnten uns freuen, jetzt zu dieser Minute in diesem Körper zu sein und müssten uns das Ziel setzen, alles um uns herum als Teil einer gesamten und komplexen Energie zu achten und zu schützen. Es würde bedeuten, das wir im Grunde keine Individuen mehr sind, sondern dass wir alles, was wir anderen und der Natur antun, im Grunde uns selbst antun. Jeder Mensch, jeder Baum, jede Pflanze und jedes Tier wäre ein Teil von uns, so wir wir ein Teil von ihm sind, und wir alle wären die Teile eines Ganzen. Das ist eine wunderschöne Vorstellung.

Wenn ich daran denke, woraus mein Körper besteht, dann gibt es hier nichts, was nicht vor Milliarden von Jahren bereits da war und auch in Milliarden von Jahren noch da sein wird. Es ist hier auch nichts, was man nicht in toter Form in der Drogerie, der Apotheke oder im Baumarkt bekommen könnte. Dass dieser Haufen Atome hier Zellen bilden kann, sich zu einem Menschen zusammenfügt und sich hier hinsetzen und Gedanken über das Leben machen kann, ist mehr als ein Wunder. Und dass ich das kann, dass ein Baum wachsen kann, dass eine Blume blühen kann oder dass ein Hund rennen kann, das alles erfordert so viel Energie, von der kein Wissenschaftler sagen kann, woher sie kommt.

Es bedeutet aber auch, dass ich immer mit Lucas vereint sein werde, jetzt und auch in Milliarden von Jahren. Und dass ich es immer war.

Ein wunderschöner Gedanke.

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